Die Kantorei

Geschichte des Chores

Nach dem 2. Weltkrieg und dem Wiederaufbau der zerstörten Kirchen in Kassel ab 1945, wollte die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) der Kirchenmusik in Kassel wieder neue Impulse geben. Zunächst erhielten die Kirchditmolder Kirche und ab 1960 auch die Martins- und die Kreuzkirche selbst hauptamtliche Kantorenstellen (A-Stellen).

Dieter Lometsch (geb. 1930 in Kassel) war nach seiner Ausbildung in Schlüchtern und Detmold an der Stadtkirche von Bad Hersfeld tätig. Auf Bitten der EKKW  rief er  in Kassel einen übergemeindlichen Chor ins Leben:

1955 wurde der KASSELER MOTETTENCHOR gegründet

Das schnelle Anwachsen der Mitgliederzahl machte sehr bald Konzerte, Serenaden, Rundfunkaufnahmen und musikalisch gestaltete Gottes-dienste, möglich.

1960 entstand die Kantorei der Kreuzkirche Kassel

D. Lometsch wurde als hauptamtlicher Kantor auf die neu eingerichtete A-Stelle an die wiederaufgebaute Kreuzkirche berufen. Der Chor erhielt eine neue und bleibende „Heimat“ und übernahm die Aufgaben des Kantoreichores an dieser Kirche.

Neben seinem Gründungsnamen „KASSELER MOTETTENCHOR“, führte er jetzt die Bezeichnung „Kantorei der Kreuzkirche Kassel“.

Der Gemeindesaal der Kreuzkirche stand (weiterhin immer am Montag) dem  Chor als Probenraum zur Verfügung.

Von diesem Zeitpunkt an war es möglich, große Werke mit Orchester einzustudieren: Den Messias von Händel, das Weihnachtsoratorium und die Passionen von Bach, die H-Moll-Messe, die Schöpfung von Haydn, die Oratorien von Mendelssohn, die Requiems von Mozart und Brahms, Messen von Bach, Haydn, Mozart, Schubert, Beethoven, Dvorák, Rheinberger, Spohr…… Unzählige Kantaten, Motetten und Chorsätze wurden erarbeitet.

Das regelmäßige Singen im Gottesdienst blieb eine wichtige Aufgabe des Chores.

Seit 1970 wurden die von nun an so genannten „Kantate-Gottesdienste an der Kreuzkirche durch die „Stunden der Kirchenmusik“ ergänzt.

Der Chor wurde zu vielen Konzerten im Bereich der Landeskirche und darüber hinaus eingeladen und gab Konzerte auf fünf Chorreisen.

Wegen der schwierigen Akustik und dem geringeren Platz in der Kreuzkirche, fanden die großen Konzerte ab 1975 in der Martinskirche statt.

Zeitweise wuchs der Chor auf über hundert Sängerinnen und Sänger an. Die große Verbundenheit zur Kirchengemeinde und vor allem die positiven zwischenmenschlichen Beziehungen, zeichneten den Chor durch die Jahrzehnte aus.

1995 wurde KMD. D. Lometsch in den Ruhestand verabschiedet.

Damit erlosch auf Wunsch des Gründers und Leiters der Name und die Existenz des KASSELER MOTETTENCHORS.

Die hauptamtliche A-Kirchenmusikstelle an der Kreuzkirche wurde von der Landeskirche wegen Sparmaßnahmen ersatzlos gestrichen.

Damit war auch das Ende der Kantorei der Kreuzkirche Kassel angesagt.

D. Lometsch stellte sich dem Chor als Chorleiter ehrenamtlich für weitere fünf Jahre zur Verfügung.

2000 übernahm Jochen Faulhammer (geb. 1964) als neuer Chorleiter die Kantorei.

Die Kantorei der Kreuzkirche wurde mit neuem Namen, und über einen Honorarauftrag nach finanzieller Zusage des Kirchenkreises,  weitergeführt.

J. Faulhammer studierte Kirchenmusik und Instrumentalpädagogik in Kassel und Bremen. Er ist als Kirchenmusiker (hauptberuflich) als Organist, Chorleiter und Sänger tätig.

Die Einbindung des Chores in die Kirchengemeinde kam weiterhin in der musikalischen Ausgestaltung von Gottesdiensten und anderen festlichen Gelegenheiten zum Ausdruck.

Jedes Jahr bildete mindestens ein Konzert den Höhepunkt:

2001      Bachkantaten-Konzert
2002      W.A. Mozart „Requiem“
2003      G.F. Händel  „Messias“
2004      G. Rossini „Petite Messe solennelle“
2005      J.S. Bach „ Johannes–Passion“
2006      Feier des 100-jährigen Bestehens der Kreuzkirche
(Duruflé-Konzert)
2007      J.S.  Bach „Matthäus–Passion“
2008      mehrere Konzerte mit A. Dvorák „ Messe in D“
2009      F. Mendelssohn-Bartholdy  „Elias“
2010      Vivaldi „Gloria D-Dur“ / Bach „Die Himmel erzählen“
2011       J.S. Bach „Weihnachtsoratorium“
2012      Vivaldi „Magnificat g-Moll“
Bach „Missa G-Dur“
2013      G.F. Händel „Messias“
W.A. Mozart „Requiem“

2006 zog sich der Stadtkirchenkreis komplett aus der Finanzierung zurück. Die Kantorei finanziert sich seitdem ausschließlich durch Spenden.

Die Zahl der festen Chor- und Fördermitglieder betrug immer um die 70 Sängerinnen und Sänger.

Den zwischenmenschlichen Beziehungen dienten kleine Feste, so der Stammtisch, die Feiern nach den Konzerten, gelegentliche Proben-wochenenden und dreitägige Chorfahrten nach Duderstadt und Goslar.

Großer Wert wurde auf gute Stimmbildung gelegt.

Durch die regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Göttinger Barock Orchester hat sich ein, unter Kassels Kantoreien bisher einmaliger, Schwerpunkt der Aufführung barocker Werke im Sinne der historischen Aufführungspraxis entwickelt.

Advertisements